York Reynolds

Über mich

Geboren und aufgewachsen im wunderschönen, kühlen und stürmischen Schleswig-Holstein begann ich in meinem siebten Lebensjahr mein Singen mit freiem gesanglichen Improvisieren und entdeckte meine eigene sängerische Grammatik und meine eigene Welt des Singens. Mit Staunen entdeckte ich in dieser frühen Zeit bald auch die Lieder von Johannes Brahms und die Gedichte von Klaus Groth und Theodor Storm. Sie wurden nach und entlang meines Improvisierens originärer erster Ausdruck meines Singens. Als Jugendlicher lernte ich dort das Kunstlied kennen und lieben, wie ich auch in meiner anderen Heimat, New York, inspiriert durch Bing Crosby und Frank Sinatra, den Jazz Standard Song für mich kennen und lieben lernte. Sie wurden so auch originärer Ausdruck meines Singens und beide Genres haben fortan ein Zuhause in meiner Sängerbrust. In dieser frühen Zeit meines Singens eignete ich mir allein erste aufführbare Repertoires in diesen Bereichen an. Bereits in dieser Zeit meines Lebens und Singens begann in mir auch ein introspektives Denken, ein “Zeuge”, in schwebender Aufmerksamkeit, parallel zu meinem Singen und all den faszinierenden Erlebnissen und Erkenntnissen, die sich für mich damit verbanden. 

Mein Interesse daran war unerschöpflich!

Seit meinem 15. Lebensjahr kam ich in die wunderbare Gelegenheit, ersten Gesangsunterricht von dem Opernsänger KS Dr. Viktor Lederer, der Oper Kiel, zu erhalten. Herr Lederer legte in den folgenden Jahren mit unzähligen von ihm organisierten Konzerten in meiner Geburtsstadt, Kiel, in unterschiedlichen Genres des Singens wie Lied, Oper, Oratorium, Musical und Song, und seinem großen, warmen Herzen die unschätzbar wichtige weitere Grundlage, um ein echter Sänger werden zu können. Die schöne unvergeßliche Zeit!

Ich nahm in dieser Anfangszeit meines Singens und während meiner Schulzeit erfolgreich an verschiedenen nationalen deutschen Gesangswettbewerben teil. Durch erste Preise und Finalteilnahmen erhielt ich mit 22 Jahren allererste Möglichkeiten zu Teilnahmen an Opernproduktionen.

Nach dem Abitur begann ich ein Gesangsstudium, entwarf in dieser Zeit eine eigene Theorie der Singstimme und ihrer Register als ein Teil-Ganzes-System und begann dann parallel Musikwissenschaft zu studieren, mit dem Forschungsschwerpunkt Stimme, Gesangskunst und Mensch. Mein Gesangsstudium an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg schloß ich bei Herrn KS Prof. Tom Krause und, mit besonderem Dank, bei Frau Prof. Dr. Raminta Lampsatis, mit Auszeichnung ab, und mit “Sehr gut” die Promotion meines Musikwissenschaftsstudiums, bei dem brillanten Musikwissenschaftler Prof. Dr. Hanns-Werner Heister. In meiner Dissertation, die ich 2007 veröffentlichte, arbeitete ich die Grundzüge meiner Theorie der Singstimme durch eine holistisch-generischen Analyse der Tiefenstruktur der Klassischen Singstimme und ihrer analogen mentalen Struktur sowie deren Voraussetzungen für den künstlerischen Menschen aus. Dieses tief liegende und zentrale Thema für eine gelingende sängerisch-künstlerische Entwicklung und Ausführung dieser Kunst beschäftigt mich wegen seiner großen Wichtigkeit für den singenden und künstlerischen Menschen bis heute.

Nach meiner Studienzeit nahm ich an Opernproduktionen teil, und ich betrieb zugleich eine rege Konzerttätigkeit mit Lieder- und Song-Konzerten. 

Zuletzt habe ich, der ich als Bariton begann, entlang eines an der Linie von Maestro Arturo Melocchi liegenden, hervorragenden Unterrichts, mit dem großartigen dramatischen Bariton Anooshah Golesorkhi, eine weitere Entwicklung zum Heldentenor erfolgreich durchlaufen. Ich unterrichtete weiterhin Gesang, den ich bereits 1998 begonnen hatte, und führte meine Forschung zur Kunst des Singens mit Liebe und Hingabe fort. 

Mein Interesse gilt immer der Kunst des Singens und den menschlichen Fähigkeiten in dieser wie auch in anderen Künsten. Es war und ist mir immer ein großes Anliegen, über die für Menschen auch im allgemeinen Leben ungeahnt wichtigen und für viele noch sehr unbekannten Fähigkeiten und menschlichen Eigenkräfte aufzuklären, die sich grundsätzlich mit künstlerischer Tätigkeit und künstlerischem Schaffen verbinden, sie weiterzugeben und Menschen zu helfen ihr Potenzial und ihr Glück in und durch diese ihre künstlerischen Fähigkeiten und Erlebnisse zu vermehren – und das auch gerade dann, wenn diese in einer schwierigen, gegen ihre persönlichen und künstlerischen Bestrebungen gerichteten Umwelt leben müssen, insbesondere bei künstlerischen hochbegabten oder/und traumatisierten Menschen. Das Zentrum meiner eigenen Tätigkeit, als auch der Forschung und analytischen Hilfe, liegt hierbei im Verbund mit einem humanistischen Blickwinkel auf den ganzheitlich-schöpferischen Fähigkeiten, oder philosophisch gesprochen, den holistisch-generischen Eigenschaften des Menschen in der Kunst des Singens und in universeller Übertragung auch in anderen Künsten wie auch im sogenannten Alltag. In der Ausarbeitung einer Holistic Voice Analysis biete ich heute eine fundamentale und universelle Orientierung zur optimalen sängerischen und künstlerischen Entwicklung und Rebalancierung an.

Alles in allem empfinde ich in meinem Leben größte Dankbarkeit und Freude um die Erlebnisse und Erkenntnisse, die ich im Bereich der Kunst des Singens machen durfte und immer neu machen darf, sowie hinsichtlich des singenden und künstlerischen Menschen. Es ist mir die größte Freude, dies selbst zu gestalten, mit interessierten Menschen – und natürlich auch meinem Publikum – zu teilen und die, wie auch immer künstlerisch Tätigen, bei der Entwicklung und Ausführung ihrer Kunst ebenfalls glücklich zu sehen. εὐδαιμονία !